„Wüste Forggensee“ ist Geschichte

Bericht des Bayrischen Rundfunks
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„Wüste Forggensee“ ist Geschichte

Endlich trägt der Forggensee im Ostallgäu seinen Namen wieder zurecht: Der Wasserspiegel liegt zwar noch fast zweieinhalb Meter unter dem normalen Niveau, aber der See ist nicht mehr trocken.

Der Forggensee wird jedes Jahr im Herbst ausgelassen, damit er im Frühjahr das Wasser der Schneeschmelze aus den Bergen aufnehmen kann. Dieses Jahr war das anders: Der Staudamm bei Roßhaupten ist in die Jahre gekommen und muss aufwendig saniert werden. Deshalb konnte das Wasser bis Anfang Juli gar nicht aufgestaut werden – der Forggensee glich einer Wüste.

Suche nach dem Wasser

Als es im Sommer heiß war, war am See nicht so viel los wie üblich, berichtet Valentina Leykamm vom Café Maria in Rieden. „Die Leute haben sich immer beschwert und haben das Wasser gesucht.“ Mittlerweile trägt der See seinen Namen wieder zurecht. Allerdings fehlen immer noch fast zweieinhalb Meter bis zum normalen Wasserspiegel. Das Ufer ist begehbar und immer noch grün. Viele Spaziergänger freut das, erzählt Valentina Leykamm vom Café Maria in Rieden: „Der See ist nicht ganz voll, die Leute können ein bisschen am See über die alte Straße laufen und sind happy und wir auch.“

Keine gute Saison für die Segelschule

Ganz anders die Lage in der örtlichen Segelschule von Reinhold Gruber. Im Sommer ging erst mal gar nichts. Als dann der Wasserspiegel wieder angestiegen war, hatte Gruber einige Boote für Kurse auf dem Wasser. „Aber sehr viele Leute haben im Vorfeld schon abgesagt, weil sie überall erfahren haben, dass der Forggensee leer ist.“ Für Gruber ist die Saison gelaufen, er hofft nun auf die kommende: „Nächstes Jahr wird sicher wieder ein Bombenjahr. Wir hatten dieses Jahr viel Zeit alles zu reparieren und alles herzurichten.“

Wichtigster Bauabschnitt hat begonnen

Damit nächstes Jahr wieder alles beim Alten ist am Forggensee, wird am Staudamm eifrig gebaut. Ein Bagger hat mittlerweile damit begonnen, einen Schlitz in den Damm zu graben. Der wird dann mit Beton gefüllt. So will der Kraftwerksbetreiber Uniper den Staudamm fit für die nächsten Jahrzehnte machen.

Abstau beginnt Anfang November

Einschränkungen für den See gibt es durch die Bauarbeiten keine mehr, verspricht Theodorus Reumschüssel von Uniper. „Wir werden jetzt mit der Nacht zum 5. November mit dem Abstau beginnen -ganz normal wie all die Jahre vorher.“ Im Frühjahr 2019 wird dann wieder aufgestaut – und die Allgäuer haben ihren Forggensee zurück. 

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